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Unsere Landstraßen sind zum großen Teil vor über hundert Jahren angelegt worden. Damals fuhren Autos noch nicht so schnell wie heute. Gerade kleinere Landstraßen haben unübersichtliche Kurven, die sich plötzlich zuziehen. Zudem stehen Bäume am Wegesrand, grenzen an ungeschützten Straßenrändern an Äcker und Wälder, aus denen urplötzlich Wild und Landmaschinen hervorkommen können. Landstraßen sind gefährlicher, als das allgemein hin wahrgenommen wird.

Auf Landstraßen ereigneten sich im Jahr 2006 rund 27 Prozent aller Verkehrsunfälle. Und Landstraßenunfälle sind besonders schwer - rund 60 Prozent aller tödlichen Unfälle ereigneten sich dort. Konkret bedeutet das: Bei rund 86.000 Unfällen mit Personenschaden wurden 2006 rund 3.070 Menschen auf Landstraßen getötet.
Auf Landstraßen ist das Risiko, tödlich zu verunglücken, doppelt so hoch wie auf anderen Straßen, berichtet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat 2007 im Rahmen seiner Aktion "Kein Platz für Kreuze". Die Gefahrenquellen auf den Landstraßen werden in aller Regel von deren Nutzern unterschätzt. Die Risiken sind vielschichtig: Nur auf Landstraßen kommt es zu einer Verbindung von hohen Geschwindigkeiten, Gegenverkehr und Überholmanövern, und nur dort teilen sich so verschiedene Verkehrsteilnehmer wie PKW-, Lkw- und Motorradfahrer die vergleichsweise engen Fahrstreifen mit Radfahrern, Fußgängern und Traktoren sowie Landmaschinen. Dass die Gefahren unterschätzt werden, zeigt sich auch bei den Unfallursachen, bei denen eine nicht angepasste Fahrweise an erster Stelle steht: Überhöhte Geschwindigkeit, Fehleinschätzung sowie Unachtsamkeit führen ebenfalls häufig zu schweren Unfällen. Auf Fahrunfälle - also Unfälle, bei denen der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer dazu beigetragen haben - ist jeder zweite tödliche Unfall auf Landstraßen zurückzuführen. Unfälle im Längsverkehr, also Unfälle beim Überholen beziehungsweise mit entgegenkommenden Fahrzeugen, nehmen den zweiten Rang ein. Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich in erster Linie in Kurven sowie an Kreuzungen und Einmündungen. Im Jahr 2006 hat es in Kurven rund 25.000 Mal gekracht, dabei verloren 1.224 Menschen ihr Leben.
Die Tempolimits auf Landstraßen haben also ihre absolute Berechtigung und stellen nicht nur Empfehlungen dar. Sie einzuhalten ist die beste Vorbeugung gegen Unfälle. Ebenso sind Überholverbote oder Warnhinweise auf Landmaschinen und Wildwechsel ernst zu nehmen.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) hat für seine Aktion www.kein-platz-fuer-kreuze.de umfangreiche Materialien zusammengestellt, die wir zur weiteren Lektüre empfehlen. Wir danken dem DVR für die freundliche Genehmigung, seine Broschüren hier anbieten zu können. Zum Betrachten brauchen Sie den kostenlosen Acrobat-Reader, den Sie hier herunterladen können.
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